21. DEUTSCHE HALLENMEISTERSCHAFTEN IM MEHRKAMPF
Am letzten Wochenende wurden die ersten deutschen Meistertitel des Jahres 2026 vergeben. Gemäß dem Motto: „Nach der Freiluftsaison ist vor der Hallensaison“ machten am 14. und 15. Februar 2026 traditionell die Mehrkämpferinnen und Mehrkämpfer den Auftakt zum ersten Saisonhöhepunkt der Leichtathleten: den Deutschen Hallen-Mehrkampf-Meisterschaften der Aktiven, U20 und U18. Es waren zwei vollgepackte Leichtathletik-Tage in Halle (Saale), denn auf das Mehrkampffeld in der Sporthalle Brandberge durfte man gespannt sein, da bei diesen nationalen Titelkämpfen zahlreiche Punkte für das World Ranking vergeben wurden.
Für den neuen Landesverband Rheinland-Rheinhessen war im Fünfkampf Hannah Schwind (U20) vom Postsportverein Trier vertreten. Im Siebenkampf der Mehrkämpfer ging aus dem Kreis Birkenfeld Jonas Jäckel vom TV 1848 Oberstein in der männlichen U20 an den Start. Im letzten Jahr konnte er einen respektablen siebten Platz erreichen und belegt auf der 14-köpfigen Meldeliste mit 6975 Punkten aus der Sommer-DM 2025 einen hervorragenden vierten Rang. Doch die Favoriten kommen von den großen Vereinen der Leistungszentren, die ganzjährig auf ideale Trainingsbedingungen zugreifen können.
Den ersten Tag des Siebenkampfes eröffnet der 60m-Sprint. Jonas Jäckel startete nicht optimal und etwas verhalten, doch in 7,36 Sekunden gelang ihm trotzdem seine Saisonbestleistung.
Beim anschließenden Weitsprung reichten seine Ergebnisse zwar nicht an seine 7-Meter-Sprünge der letztjährigen Freiluftsaison heran, doch mit 6,83 Metern verbesserte er seinen persönlichen Hallenbestwert aus dem Vorjahr und belegte mit 1533 Punkten Rang 4 in der Gesamtwertung.
Im Kugelstoßen standen nach drei konstanten Versuchen gute 13,10 Meter für ihn zu Buche. Damit verbesserte Jäckel seine persönliche Bestleistung in der Halle um starke 60 Zentimeter.
Der Hochsprung sorgte ebenfalls für einen guten Abschluss des ersten Wettkampftages. Seinen Sicherheitssprung mit einer Einstiegshöhe von 1,71 Metern meisterte der TVOler beim ersten Versuch souverän und auch die nachfolgenden Höhen übersprang er jeweils in 3-Zentimer-Schritten bis zu einer gesprungenen Höhe von 1,86 Metern jeweils sicher beim ersten Versuch. Auch die folgende Höhe wäre durchaus möglich gewesen. Letztlich war es die Ferse, die die Latte zu Fall brachte. Mit seinen guten Leistungen belohnt sich der TVO-Athlet nachdem ersten Wettkampftag mit ausgezeichneten 2885 Punkten.
Seine Trainerin Silke Jäckel-Kleiner war auch vollauf zufrieden: „Wir wussten nicht genau, wo wir im Vergleich zu den Mitkonkurrenten stehen. Die ersten vier Disziplinen verliefen richtig gut. Jonas kann mithalten und hat entsprechend seinem Trainingsstand seine Leistungen vollauf abgerufen.“
Lokalmatador Ernst Bruno Eltz erreicht 3.055 Punkten und übernimmt die Halbzeitführung, hinter ihm liegt der Titelfavorit Carl Wiegand aus Frankfurt mit 3.090 Punkten, gefolgt von Alexander Adler (ASC Darmstadt; 2.929 Punkte). Die Verfolgergruppe wird angeführt von Jonas Jäckel auf dem vierten Rang. In Lauerstellung und in aussichtsreicher Position auf einen Podiumsplatz liegen noch alle Athleten bis Rang 9; sie trennen gerade einmal 100 Punkte.
Der zweite Wettkampftag versprach viel Spannung und hatte es in sich. Für die U20-Mehrkämpfer begann er recht früh am Morgen. Bereits für 9.30 Uhr war der erste Wettbewerb, der 60m-Hürden-Sprint angesetzt. Das bedeutet: Aufstehen um 5.30 Uhr; frühstücken; fertig machen für die Abfahrt zur Halle; ab 8.00 Uhr Vorbereitung auf den Wettkampf und Warmmachprogramm.
Jonas Jäckel startete im zweiten Lauf des 60m-Hürden-Sprints. In „ausgeschlafenen“ 8,48 Sekunden konnte er nicht nur eine neue Bestzeit erzielen, sondern verbesserte sich mit weiteren 865 Punkten im Ranking auf den dritten Platz.
Nun mussten der Stabhochsprung und der abschließende 1000m-Lauf die Entscheidung um die Medaillen bringen.
Für den TVO-Athleten verlief der Stabhochsprung allerdings nicht wunschgemäß. In Abwesenheit seines Trainers kam Jäckel von Anfang an nicht richtig in den Wettbewerb hinein. Es fehlte der richtige Wettkampfrhythmus und bei den Sprüngen das richtige Timing. Bereits der Sicherheitssprung von 3,70 Metern misslang und ein zweiter Versuch musste her. Nach den zwei nächsten, sicher übersprungenen Höhen von 3,80 und 3,90 Metern, schien es, dass Jäckel seine Sicherheit gefunden hat, doch dann patzte er beim ersten Versuch über die 4-Meter-Marke, seine beiden Mitspringer überquerten die Höhe. Zu allem Überfluss wurde nun sein Anlauf zum zweiten Versuch von den wenig souverän wirkenden Schiedsrichtern gestoppt, um über den späten Einspruch eines Mitspringers zu entscheiden. Erst 15 Minuten nach seinem Fehlversuch konnte Jäckel zum zweiten Versuch ansetzen und zum Glück die 4,00 Meter überspringen. Allerdings waren nun Konzentration und Fokussierung auf den Stabhochsprung hinüber. Mit übersprungenen 4,00 Metern rutschte Jäckel auf Platz 5 und die Chancen auf einen Podestplatz waren vertan.
Nun galt es im abschließenden 1000m-Lauf auf der 200m-Rundbahn eine Top-Platzierung unter den ersten acht Athleten zu sichern. Da die Medaillenränge immer noch umkämpft waren und sich auch einige Spitzenläufer hinter dem Führungstrio noch Chancen nach vorne ausrechneten, entwickelte sich ein sensationeller 1000m-Lauf. Das Anfangstempo lag extrem hoch und das eigene Tempo zu laufen, war für Jäckel keine Option. In der vorletzten Runde musste er seinem mutigen Lauf Tribut zollen und verlor nach und nach den Anschluss an das Mittelfeld. In 3:10,34 Minuten erreichte der TVO-Mehrkämpfer völlig ausgepumpt das Ziel. Damit verlor er zwar nochmals zwei Plätze, konnte sich jedoch abschließend mit 4.933 Punkten (p.B.) wie im Vorjahr über den siebten Platz und eine Top-8-Platzierung freuen.
Die abschließende sensationelle Siegerzeit von Lennox Lewis Giesen (TSV Bayer 04 Leverkusen) in 2:39,74 Minuten zeigt dessen fulminante Aufholjagd, mit der er die Silbermedaille (5.258 Punkte) erzielte und Ernst Bruno Eltz (SV Halle) auf den dritten Platz (5.242 Punkte) verdrängte. Gesamtsieger wurde Titelfavorit Carl Wiegand von Eintracht Frankfurt mit 5.523 Punkten.
Nach den zwei anstrengenden Wettkampftagen haderte Jäckel ein wenig mit der Gesamtplatzierung: „Sicherlich war an diesem Wochenende mehr drin. Die 5000-Punkte-Marke hätte ich gerne geknackt. Insgesamt fehlt es mir zurzeit etwas an Spritzigkeit, da bleiben überall ein paar Punkte liegen. Beim Stabhochsprung müssen wieder konstante Sprünge her, um die Stabhärte richtig einschätzen zu können. Da habe ich sicherlich 90 Punkte liegen lassen. Das Tempo beim 1000m-Lauf auf der kurzen 200m-Bahn war mörderisch, das konnte ich auf den letzten beiden Runden nicht mehr mitgehen.“









